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Der Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Feuersalamander
Larve des Feuersalamanders
Die Larven sind an markanten gelben Flecken auf den Oberseiten der Vorder- und Hinterbeine zu erkennen.


Fotos: Thomas Reich (WSL)

Ähnliche Art:

Der Alpensalamander (Salamandra atra) ist komplett schwarz und etwas kleiner als seine Schwesterart. Er besiedelt hauptsächlich höher gelegene Gebiete der Alpennordseite und Teile Graubündens. Der Alpensalamander kommt bis über 2000 m.ü.M. vor.

Wer dem Feuersalamander einmal begegnet ist, wird den Anblick nicht so rasch vergessen. Der gelbschwarze Schwanzlurch mit seiner glänzenden, drüsenbesetzten Haut und dem zielstrebigen Gang erreicht in Mitteleuropa eine beachtliche Grösse von 14 bis 17 cm, manchmal sogar über 20 cm. In der Schweiz kommen zwei geografisch voneinander getrennte Unterarten vor:

In der Nordschweiz lebt der Gebänderte Feuersalamander (Salamandra salamandra terrestris). Das Muster auf seinem Rücken weist zwei gelbe Linien auf, die meist mehrfach unterbrochen sein können. Der Gefleckte Feuersalamander (Salamandra salamandra salamandra) lebt in der Südschweiz. Er ist an seiner unregelmässigen Musterung zu erkennen, die nie Ansätze durchgehender Rückenstreifen zeigt.

Verbreitung und Lebensraum

Der Feuersalamander besiedelt weite Teile Mittel- und Südeuropas. In Grossbritannien, Skandinavien und in den ehemaligen Sowjetrepubliken fehlt er. Die Alpen bilden die Grenze zwischen den beiden einheimischen Unterarten. Im Norden ist der Feuersalamander lückig verbreitet, mit einen Schwerpunkt zwischen 500 und 700 m.ü.M. (ausnahmsweise bis 1400 m). Im Tessin und in den Südtälern Graubündens ist er wesentlich häufiger als im Norden (Individuendichte) und an Talflanken zwischen 200 und 1600 m.ü.M. zu finden.

Feuersalamander sind auf eine feuchte Umgebung angewiesen. Sie bevorzugen feuchte Laubwälder mit viel liegendem Totholz, das ihnen Unterschlupf, Deckung und Feuchtigkeit liefert und auch zahlreiche Beutetiere beherbergt. Der Schwanzlurch kann sich auch über einen Kilometer vom Wald entfernen, sofern geeignete Gewässer und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind. Man findet ihn dann auch im Siedlungsgebiet, in Kellerabgängen oder Lichtschächten. In allen Lebensräumen sind feuchte, kühle Verstecke im Wurzelbereich der Bäume, unter totem Holz, in Fels und Mauerspalten, im Fallaub, aber auch in Kleinsäugerbauten und unter grösseren Steinplatten von Bedeutung.

Verbreitung des Feuersalamanders in der Schweiz
Verbreitung des Feuersalamanders in der Schweiz: Beobach-
tungen vor 2000 (orange) und nach 2000 (rot). Stand: 01.12.2009.
Copyright KARCH/CSCF.

Lebensweise

Liegendes Totholz
Dickes, liegendes Totholz bietet dem Feuersalamander und vielen anderen Arten Unterschlupf. An heissen Tagen bleibt es unter dem Baumstamm angenehm feucht.
 
Feuersalamander
Wenn sich die Salamander bedroht fühlen, nehmen sie oft eine S-förmige Abwehrstellung ein. Bei diesem gebänderten Feuersalamander sind die Ansätze durchgehender Rückenstreifen gut zu erkennen.

Fotos: Thomas Reich (WSL)

Der Feuersalamander ist hauptsächlich nachtaktiv. Bei Regenwetter nach langer Trockenheit findet man ihn auch am Tag. Meistens versteckt er sich tagsüber in Felsritzen, Höhlen, Bauten von Kleinsäugern, Mauerritzen oder unter Totholz. Oft werden diese Verstecke ebenfalls für die Überwinterung genutzt sofern sie frostfrei und feucht sind. Nachts gehen die Feuersalamander auf die Jagd nach Wirbellosen wie Nacktschnecken, Asseln, Regenwürmern, Spinnen, weichen Käfern und anderen Insekten.

Das Leben eines Feuersalamanders spielt sich hauptsächlich an Land ab. Nur zum Absetzen der Larven sucht das Weibchen Gewässer auf. Es gebärt die Larven hauptsächlich in kühle, nährstoffarme und sauerstoffreiche Waldbäche, aber auch in offene Quellfassungen und stehende Kleingewässer. Die Larven halten sich in Bereichen geringer Strömung und guter Deckung auf.

Feuersalamander können sehr alt werden. Im Freiland ist ein Alter von über 20 Jahren belegt. Unter menschlicher Obhut sind sogar über 50-jährige Tiere bekannt! Wenn sie sich in Lebensgefahr fühlen, verteidigen sich die Feuersalamander durch die Abgabe von giftigen Hautsekreten. Für Menschen sind die Hautsekrete kein Problem, allenfalls können Reizungen nach dem Kontakt mit Schleimhäuten auftreten.

Gefährdung und Schutz

Der schwarzgelbe Schwanzlurch ist vor allem durch die Zerstörung von Laubwäldern und Umwandlung zu Fichten-Monokulturen gefährdet. Die Verschmutzung von Gewässern oder der Besatz mit Fischen sind weitere, nach wie vor aktuelle Ursachen für den Rückgang von Populationen. Nicht wenige Tiere erleiden den Strassentod.

Förderungsmöglichkeiten:
  • Totholzstücke grösserer Dimensionen in Laubwäldern liegen lassen, vor allem entlang von Bächen
  • Keine Fische in fischfreie Gewässer einsetzen

Beobachtungstipp

Am besten sind die nachtaktiven, diskret lebenden Tiere bei Dunkelheit und feuchtem Wetter zu finden. Wesentlich einfacher ist der Nachweis von Larven, die sich durch die gelben Flecken auf den Oberseiten der Beine von Molchlarven unterscheiden. Man findet sie in Waldbächen und Kleingewässern, meist an Stellen mit langsam fliessendem Wasser.

Wenn Sie Feuersalamander beobachten, so melden Sie Ihren Fund bitte an das Schweizer Zentrum für die Kartografie der Fauna (CSCF).

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