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Totholzkonzept des Bundesamtes für Umwelt BAFU

Zerfallsphase
Durch das Zulassen der natürlichen Zerfalls-
prozesse profitieren in Naturwaldreservaten tausende von totholzabhängigen Organismen: Insekten, Pilze, Moose, Vögel, etc.
Foto: Thomas Reich (WSL)

Waldprogramm Schweiz: Ziele im Bereich Biodiversität

Die im Wald lebenden Tiere und Pflanzen sowie der Wald als naturnahes Ökosystem bleiben erhalten.

Von Natur aus bei uns häufige Arten bleiben häufig, selten gewordene Arten werden wieder häufiger und ökologisch wertvolle Baumarten nehmen zu.

Die natürliche Entwicklung des Waldes wird auf einer repräsentativen Fläche zugelassen (Naturwaldreservate, Altholzinseln, Totholz).

Mit dem "Waldprogramm Schweiz" (WAP-CH) wurde eine zukunftsweisende Strategie für die Waldpolitik unseres Landes entwickelt. Die darin gesetzten Mittelfristziele sollen nun mittels leistungsorientierten Vierjahres-Programmvereinbarungen zwischen Bund und Kantonen erreicht werden. Die zweite Vertragsperiode läuft von 2012 bis 2015. Die Zielsetzungen im Bereich "Alte Bäume und Totholz" sind im Programmblatt "Biodiversität im Wald" definiert und beschrieben:

Ziel 1 Fläche Natürliche Entwicklung zulassen - in Naturwaldreservaten und Altholzinseln
Ziel 2
Vernetzung Wald und Offenland über aufgewertete Waldränder vernetzen
Ziel 3
Arten Prioritäre Waldarten gezielt fördern
Ziel 4
Spezielles Ökologisch wertvolle Bewirtschaftungsformen erhalten (Nieder- und Mittelwald, Selven, Wytweiden)

Für die Erreichung des Ziels 1 fördert das BAFU Naturwaldreservate und Altholzinseln.

Bedeutung von Naturwaldreservaten und Altholzinseln

Auf einer repräsentativen Fläche lässt man die natürliche Waldentwicklung zu. Sind die Reservate ausreichend gross, stellen sich mit der Zeit alle Entwicklungsphasen ein, wodurch sich die Lebensbedingungen für die Waldorganismen verbessern. Tausende von totholzabhängigen Organismen (Insekten, Pilze, Moose, Vögel) profitieren dabei besonders. Reservate sind auch ein Instrument zum Schutz von seltenen und nur kleinflächig vorkommenden Waldtypen. In Altholzinseln werden gezielt die Alters- und Zerfallsphasen des Waldes berücksichtigt. Naturwaldreservate und Altholzinseln fördern nicht nur die Biodiversität, sie sind auch eine ästhetische Bereicherung unserer Waldlandschaften und ermöglichen dem Menschen ein intensives Naturerlebnis.

Handlungsschwerpunkte

Bund und Kantone streben u.a. bis 2030 5% Naturwaldreservate an sowie 30 grosse Reservate von je mindestens 500 ha. Der Zielwert von 5% gilt im Prinzip pro Kanton. In der Vertragsperiode 2012-2015 will der Bund besonders die grösserflächigen Waldreservate fördern; dieses Ziel wollen die Behörden mit speziellen Boni erreichen.

Flächenbeiträge des Bundes

Der Bund gibt den Kantonen einen Beitrag für die Erreichung der Ziele der Programmvereinbarung. Der Bundesbeitrag für das Programmziel 1 in einem kantonalen Programm errechnet sich aus den Hektaren neu ausgeschiedener Waldreservate bzw. Altholzinseln, multipliziert mit den Flächenbeiträgen. Zusätzlich können bestehende Verpflichtungen (z.B. Abgeltung des Ertragsausfalles pro Hektare) in die Vereinbarung aufgenommen werden.

Für Waldreservate und Altholzinseln gelten als Richtwerte die folgenden Flächenbeiträge: 

Flächenbeiträge und Objektpauschalen für Programmziel 1

Kantone, die verschiedenen Regionen angehören, können entsprechende Mischbeiträge vorsehen. Diese können auch gewährt werden, wenn die vom Kanton in der Vertragsperiode geplanten Projekte überproportional Wälder in den "teuren Regionen" betreffen.

Indikatoren für Leistung und Qualität

Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU (Hrsg.) 2011: Handbuch Programmvereinbarungen im Umweltbereich. Mitteilung des BAFU als Vollzugsbehörde an Gesuchsteller. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Vollzug Nr. 1105: 222 S.

Links und Literatur