Verschiedene Formen von Totholz
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Fotos: Rita Bütler, Thomas Reich und Ulrich Wasem (WSL)
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Der
hohe ökologische Wert von Totholz steht in Zusammenhang mit dessen enormer
Formenvielfalt. Dabei kann es sich um stehende oder liegende Baumstämme
handeln, um ganze Bäume oder um Teile davon wie abgestorbene Äste oder
Baumstrünke oder gar um Asthaufen am Boden. Hier ein kurzer Überblick (Quelle:
Brede et al., 2000):
- Stehendes Totholz spielt bei der Erhaltung der
Artenvielfalt im Wald eine sehr wichtige Rolle, weil tote Bäume und Dürrständer zahlreiche
Funktionen als Habitat, Nahrungsquelle, Nistgelegenheit, Rückzugsgebiet,
Sitzwarte usw. aufweisen. Auch verschiedenste Insekten nutzen sie als Lebensraum, darunter viele xerothermophile (Trockenheit und Wärme liebende) Arten. Deshalb benötigen diese südexponierte und
vorzugsweise gut besonntes Totholz.
Das Vorkommen höhlenbrütender Arten ist insbesondere vom Stammdurchmesser
abhängig. Ein dicker Stamm kann einer grösseren Anzahl Arten als Brutort
dienen, und dies über einen längeren Zeitraum hinweg. Dürrständer sind zudem im wahrsten Sinne des Worte "lebende Vorratskammern" für Vögel und Säugetiere, die sich von den
zahlreichen im Totholz heranwachsenden Insekten ernähren. Raubvögel nutzen das
stehende Totholz zudem gerne als Ansitz.
- Liegendes Totholz wird vor allem durch sein Zersetzungsstadium geprägt. Jede Phase des Holzabbaus hat ihr spezifisches Artenspektrum. Gewisse Organismen, die das liegende Totholz besiedeln,
tragen zusätzlich zu seinem Zerfall bei. Dies ist
beispielsweise bei holzabbauenden Pilzen oder bei zahlreichen Insekten der Fall. Auch Wirbeltiere profitieren von liegendem Totholz: Eidechsen nutzen den sich schnell erwärmenden Untergrund für ein Sonnenbad. Am Boden lebende Kleinsäuger (z.B. Mäuse oder Spitzmäuse), Reptilien und Amphibien finden darin
enge Gänge als Unterschlupf, um sich vor Prädatoren zu
schützen. Spalten und Höhlen bieten auch Futter in Form von Pilzen, Pflanzen und Wirbellosen.
Liegendes Totholz ist insbesondere für Amphibien wie den Feuersalamander während ihrer terrestrischen
Phase unentbehrlich, da das angenehm feuchte Mikroklima sie vor dem Austrocknen
schützt. Im Wurzelwirrwarr auf einer jüngeren Windwurffläche brüten Amsel,
Zaunkönig und Nachtigall. Und auf liegenden Stämmen im fortgeschrittenen
Zerfallsstadium verjüngen sich Bäume im Gebirgswald (Verjüngung auf Totholz).
- Ein Baumstrunk entsteht durch Holzschlag oder
durch den Zusammenbruch eines Baumes. Das an der Schnitt- resp. Bruchfläche freigelegte Holz erleichtert lignicolen
(im Holz lebenden) Organismen den Zugang erheblich, vor allem Pilzen und Insekten. Im
Gebirgswald sind vermodernde Baumstrünke ein gutes Keimsubstrat für Jungbäume, insbesondere für Fichten. Zudem helfen hohe Baumstrünke, den Schnee
zurückzuhalten und Lawinen vorzubeugen, indem sie die Bodenrauigkeit erhöhen. Im Frühling apert der Boden rund um das Totholz schneller aus.
- Auch ein Asthaufen ist Totholz und bietet Vögeln, Kleinsäugern, Reptilien und Amphibien
Unterschlupf.
Links und nützliche Dokumente
- Brede, H., Kleinschmit, H., Kelm H.-J. et al.
(2000). Habitatbäume und Totholz im Wald.
Merkblatt Nr. 38, Niedersächsische Landesforsten, Deutschland.
- Maser, C., Cline S., Cromack, K. et al. (1988). What
We Know About Large Trees That Fall to the Forest Floor. In USDA (Eds), From the forest to
the sea: a story of fallen trees, p. 25-45.
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Abbildung - Zersetzungsstadien und der schrittweise Abbau einer stehenden und einer liegenden Fichte. Quelle: Maser et al. (1988), verändert.
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