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Der Bialowieza-Nationalpark Foto: Ralf Lotys (Wikipedia, GNU Free Documentation License) |
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Der anspruchsvolle Dreizehenspecht ist stark an die Fichte gebunden und benötigt ausreichend stehendes Totholz. Foto: Jakob Zmölnig |
Es gibt mehrere Ansätze, um die zur Erhaltung der Artenvielfalt notwendige Menge von alten Bäumen und totem Holz zu bestimmen:
Anhand der Totholz-Volumina in Naturwäldern und durch Analyse der Strukturen, die Naturwälder ausmachen, lässt sich feststellen, was dort die Entwicklung der xylobionten Arten begünstigt hat, welche Lebensbedingungen also für sie förderlich sind. Gleichzeitig liefern die Erhebungen auch eine Basis zum Vergleich mit Wirtschaftswäldern. Mit dieser Vorgehensweise stösst man in Mitteleuropa aber an Grenzen, da es bei uns kaum noch Wälder gibt, die nicht schon einmal bewirtschaftet wurden.
Einige übrig gebliebende "Musterzonen" gibt es jedoch noch, wie beispielsweise:
Eine andere Möglichkeit ist abzuschätzen, wie viel altes und totes Holz für bestimmte, stark gefährdete Arten lebensnotwendig ist. Die Mindestmenge für das Vorkommen einer Art (Beispiel Dreizehenspecht) einer Gruppe (zum Beispiel xylobionte Insekten) oder einer ganzen Reihe von Arten (Artenvielfalt) nennt man Schwellenwert.
Der Schwellenwert für das Vorkommen des Dreizehenspechts liegt bei 15 m3 stehendem Totholz pro Hektar.
Dieser Wert wurde für einen von Fichten beherrschten Nadelwald bestimmt. mehr dazu
Die Bedürfnisse dieses Vogels wurden aus folgenden Gründen besonders genau erforscht:
Zur Bestimmung der Schwellenwerte anderer taxonomischer Gruppen wurden schon zahlreiche Studien durchgeführt:
| Waldtyp | Land |
taxonomische Gruppe |
Schwellenwert |
Referenz |
| Gebirgswald | Deutschland |
Flechten |
127 m³/ha* | Moning, 2009 |
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Gebirgswald |
Deutschland | Moose | 17 m³/ha* (Nadelholz) | Moning, 2009 |
| Buchenwald | Europa | Bodenfauna (Streuabbau) | >20m³/ha (liegendes Totholz) (=30m³/ha Gesamtvolumen) | Kappes et al., 2009 |
| Buchenwald | Deutschland | xylobionte Arten aus der Roten Liste | 29 m³/ha | Müller and Bussler, 2008 |
| Buchenwald | Deutschland | Rindenpilze | 61 m³/ha | Müller et al., 2007 |
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* | Der Begriff "Schwellenwert" wird in der Arbeit von Moning (2009) so definiert: "Der Schwellenwert fällt auf den Bereich, in dem sich innerhalb des Datensatzes der stärkste Wechsel des Vorkommens entlang eines Umweltgradienten vollzieht." Flechten und Moose kommen demnach auch in Wäldern vor, in denen der Schwellenwert nicht erreicht wird. Die Vielfalt der Flechten und Moose nimmt allerdings ab diesem Wert signifikant messbar zu. |