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Totholzinventur: Methoden aus der Praxis

Stehendes Totholz

Inventur von liegendem Totholz
Foto: Thibault Lachat (WSL)

Die Aufnahme des stehenden Totholzes erfolgt in gleicher Weise wie die Inventur der lebenden Bäume. Weil eine Vollkluppierung in der Regel viel zu aufwendig ist, erhebt man den (Tot-)Holzvorrat zumeist auf Stichprobenflächen. Die übliche Messgrösse ist dabei der Brusthöhendurchmesser. Mit dem Durchmesser wird das Volumen anschliessend anhand der lokal gültigen Volumentarife oder anhand von speziellen Formeln ermittelt und auf die Hektare hochgerechnet. Selbstverständlich ist beim Totholz die Höhe des Baumes (falls der Stamm gebrochen ist) und allenfalls der Rindenabzug zu berücksichtigen.

Um das tote Holz zu charakterisieren, hat sich neben verschiedenen Parametern (siehe Tabelle) insbesondere die Einstufung in Zersetzungsklassen bewährt.

Liegendes Totholz

Komplexer als bei stehenden toten Bäumen gestaltet sich die Erhebung des Totholzvolumens bei liegenden Bäumen. Um das liegende Totholz in einem Wald zu bestimmen, gibt es verschiede methodische Ansätze. In der Praxis haben sich Vollaufnahmen (Messung aller liegenden Stämme) auf Stichprobenflächen oder die sogenannte "Linien-Intersekt-Stichprobe" bewährt. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über einige Inventur-Methoden, die in der Schweiz in der Praxis angewendet werden. Für detailliertere Angaben sind die Literaturverweise zu konsultieren.


Tabelle - Verschiedene in der Schweiz angewendete Inventuren für liegendes Totholz im Vergleich
Name / Anwendung
Prinzip minimaler Durchmesser
aufgenommene Parameter
Quelle
Schweizerisches Landesforstinventar LFI
Linien-Intersekt-Stichprobe (3 Transekte von 10 m Horizontallänge in 3 verschiedenen Richtungen) 7 cm beim Schnittpunkt mit Transekt 2 Durchmesser, Neigung, Abbauzustand, Nadel-/Laubholz, Rindenbedeckung, Bodenkontakt, Spechtloch, Moos-Deckungsgrad, Flechten-Deckungsgrad, Totholzpilze, Verjüngung auf Totholz, u.a.
Keller (2005)
Stichprobeninventur in schweizerischen Naturwaldreservaten Linien-Intersekt-Stichprobe (3 Transekte von 15 m Horizontallänge in 3 verschiedenen Richtungen) 7 cm beim Schnittpunkt mit Transekt 2 Durchmesser, Neigung, Nadel-/Laubholz, Abbauklasse Tinner et al. (2009)
Kernflächen von Naturwaldreservaten Vollaufnahme innerhalb der Kernflächen
7 cm auf einer Mindestlänge von 2 m oder 36 cm auf einer Mindestlänge von 0,5 m
Baumart, Festigkeit, 2 minimale Durchmesser, 2 maximale Durchmesser, Länge
Robin und Brang (2009)
Methode "Leuba" Vollaufnahme innerhalb von Stichprobenkreisen mit 30 m Radius
8 cm Durchmesser in der Stammitte (Minimallänge des Stammes: 2 m)
1 Durchmesser, Länge, Nadel-/Laubholz, Zersetzungsgrad
Leuba (1996)

  Quellenangaben

International

Das folgende Dokument enthält Informationen zu Totholzinventuren aus dem benachbarten Ausland. Die Methode des Schweizerischen Landesforstinventars wird mit der Bundeswaldinventur (Deutschland), der Österreichischen Waldinventur, der nationalen Waldinventur der USA oder mit der Totholzerfassung der Projekte ForestBIOTA und BIOSOIL verglichen:


Totholzaufnahmemethode aus Frankreich:

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